Vorlesungsverzeichnis Studienabschnitt II frühere Semester

Vorlesungen Sommersemester 2018
(Beginn: 09. April 2018)

 

Dogmatik – Dozent: Prof. Dr. Christoph Binninger

Sakramentenlehre II                                                                                                   Um das Werk des Heils zu verwirklichen, ‚ist Christus seiner Kirche immerdar gegenwärtig, besonders in den liturgischen Handlungen… Mit Recht gilt also die Liturgie als Vollzug des Priesteramts Christi; durch sinnenfällige Zeichen wird in ihr die Heiligung des Menschen bezeichnet und in je eigener Weise bewirkt…‘ (SC 7) Die Sakramente Christi vermitteln somit den Menschen das Heil: die Gemeinschaft mit Gott und allen Erlösten.                                                                                    Die Vorlesung stellt die Heilsbedeutung der Sakramente Ordo, Ehe und Krankensalbung dar. (2 SWS)

Literatur:                                                                                                                         HDG IV 1a und HDG IV 1b.                                                                         KASPER, W., Zur Theologie der christlichen Ehe, Mainz 1976.                                                                                                                        MUßNER, F., Der Jakobusbrief, Freiburg/Br. 19752.           RATZINGER, J., Opfer, Sakrament und Priestertum in der Entwicklung der Kirche, in: Catholica 26 (1972) 108-125.                KKD VII.                                                                                                                  MÜLLER, G.L., Katholische Dogmatik, Freiburg/Br. 19983, 628-768.

 Grundzüge einer katholischen Eschatologie                                           Jeden Tag gehen wir unserem eigenen Tod entgegen. Er kommt – unausweichlich. Was aber dürfen wir hoffen? Die Frage nach einem Leben nach dem Tod wird bei vielen Menschen ausgeklammert oder mit Hilfe synkretistischer Elemente beantwortet. Was aber lehrt die katholische Kirche über das Leben nach dem Tode? Was bedeuten „Tod“, „Fegfeuer“, „Himmel“ und „Hölle“, „Auferstehung der Toten“, „Jüngstes Gericht“ usw.? (2 SWS)

Literatur:                                                                                                        RATZINGER, J. Eschatologie. Tod und ewiges Leben, Regensburg 19782.                                                                                                                      MÜLLER, G. L., Katholische Dogmatik. Für Studium und Praxis, Freiburg/Br. 19983, 516 – 579.                                                                Handbuch der Dogmengeschichte IV, 7a – d.                                  SCHLIER, H., Das Ende der Zeit, Freiburg/Br. 1971.

 


Liturgiewissenschaft – Dozent: Dr. Sven Boenneke

Sakramente und Kasualien II

 „Das ganze liturgische Leben der Kirche kreist um das eucharistische Opfer und um die Sakramente“ (KKK 1113, vgl. SC 6). Dementsprechend folgt der Vorlesung über die hl. Messe im Wintersemester nun diejenige über Sakramente und Kasualien. Die jeweilige Feier wird in ihrer historischen Entwicklung dargestellt und ihre heutige Form liturgietheologisch und pastoral erschlossen, denn die „Sakramente sind hingeordnet auf die Heiligung der Menschen“ (SC 59). (2 SWS)

Literatur:                                                                                                                     ADAM, A., Grundriß Liturgie, Freiburg/ Br. 1985.                    Benediktionale. Studienausgabe für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes, Freiburg/ Br. 1978.                            BUGNINI, A., Die Liturgiereform. 1948-1975. Zeugnis und Testament, Freiburg/ Br. 1988.                                                                    Chupungco, A. (Hg.), Sacraments and Sacramentals, bei: Handbook for Liturgical Studies IV, Collegeville 2000.                                                   Die Feier der Buße, Freiburg/ Br. 1974.                                                            Die Feier der Firmung, Freiburg/ Br. 1973.                                                     Die Feier der Kindertaufe, Freiburg/ Br.22007.                                            Die Feier der Krankensakramente, Freiburg/ Br. 32005.                        Die Feier der Trauung, Freiburg/ Br. 21992.                                                   Die kirchliche Begräbnisfeier, Freiburg/ Br. 1972.                                     Die kirchliche Begräbnisfeier, Freiburg/ Br. 22009.                                     Die Weihe des Bischofs, der Priester und der Diakone. Pontifikale I. Handausgabe … , Freiburg/ Br. 1994.                                                       KLEINHEYER, B., Sakramentliche Feiern I, bei: Gottesdienst der Kirche. Handbuch für Liturgiewissenschaft 7/I, Regensburg 1989.                                                                                                                                  Ders., SEVERUS E. v., KACZYNSKI, R., Sakramentliche Feiern II: Gottesdienst der Kirche 8, Regensburg 1984.                                 MEßNER R., Einführung in die Liturgiewissenschaft, Paderborn, München u.a. 2009                                                                                                    Ders., KACZYNSKI, R, Sakramentliche Feiern I/2, bei: Gottesdienst der Kirche … 7/II, Regensburg 1992.

 


Moraltheologie – Dozent: Prof. Dr. Clemens Breuer

 Grundlegung der Moraltheologie (I und II),                               Gegenstand und Methode der Moraltheologie,                                   Blick in die Geschichte der Moraltheologie,                                               Die Erkenntnisquellen der Moraltheologie: Glaube und Vernunft (Teil I)                                                                                                                                    Die Frage nach der Bedeutung der Worte „gut“ und „böse“, „gut“ und „schlecht“ gehört zu den ältesten Fragen der Menschheit. Die Frage nach der Sittlichkeit gehört somit unleugbar auch zur Theologie. Die Theologie muss sich deshalb nicht nur um die Erkenntnis der geoffenbarten Wahrheit bemühen, sondern dem Menschen zugleich auch zeigen, wie er sein Leben nach dem Willen und Plan Gottes gestalten kann bzw. soll. „Die Moral ist jener Teil der Theologie, in dem die Normen des freien menschlichen Handelns im Lichte der Offenbarung erforscht werden.“ (F. Böckle) In der Vorlesung soll eingehend nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen der Moraltheologie und der Moralphilosophie gefragt werden. Unabdingbar sind im Weiteren Einblicke in die Geschichte der Moraltheologie, die bisweilen auch als „unruhige“ Disziplin bezeichnet wird. Erst vor dem Hintergrund der Geschichte wird erkennbar, in welcher Art und Weise und mit welchen Inhalten moraltheologisches Sprechen und Handeln in unserer Zeit gerechtfertigt ist bzw. unabdingbar erscheint. Dass die beiden Erkenntnisquellen der Moraltheologie, Glaube und Vernunft, hierbei eine entscheidende Gewichtung erhalten müssen, wird eingehend angesprochen. Vieles spricht dafür, in der heutigen Zeit die „Perspektive der Moral“ anhand des Paradigmas einer „Tugendethik“ zu begründen (vgl. M. Rhonheimer, E. Schockenhoff etc.). (3,5 SWS)

Literatur:                                                                                                                     Enzyklika „Fides et ratio“ von Johannes Paul II. über das Verhältnis von Glaube und Vernunft (= Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 135), Bonn 1998 (6. Auflage 2008).                                  BÖCKLE, F., Grundbegriffe der Moral. Gewissen und Gewissensbildung, Aschaffenburg 8. Auflage 1977.                        BREUER, C. (Hg.): Ethik der Tugenden. Menschliche Grundhaltungen als unverzichtbarer Bestandteil moralischen Handelns, St. Ottilien 2000.                                                                          PIEGSA, J., Der Mensch – das moralische Lebewesen. Fundamentale Fragen der Moraltheologie, St. Ottilien 1996.                           RATZINGER, J., Kirchliches Lehramt – Glaube – Moral, in: Ders., Prinzipien Christlicher Moral, Einsiedeln 1975, S. 41-66. RHONHEIMER, M., Die Perspektive der Moral. Philosophische Grundlagen der Tugendethik, Berlin 2001.                SCHOCKENHOFF, E., Naturrecht und Menschenwürde. Universalistische Ethik in einer geschichtlichen Welt, Mainz 1996. SCHOCKENHOFF, E., Grundlegung der Ethik. Ein theologischer Entwurf, Freiburg/Br. 2007.                                                               SPAEMANN, R., Moralische Grundbegriffe, München, unveränderte 8. Auflage 2009 (1. Auflage 1982).

 


AT-Exegese – Dozent: Prof. Dr. Oliver Dyma

 Die Schöpfung                                                                                                                   Zu den Basiskategorien theologischen Nachdenkens gehört die Vorstellung der Schöpfung. Wir verstehen die Welt als Schöpfung, uns selbst als Geschöpfe, als aus dem Schöpferwillen Gottes entsprungen. Die beiden Schöpfungstexte der Genesis gehören zu den bekanntesten Texten des Alten Testaments überhaupt, da sie in der Liturgie, im Unterricht, aber auch in der künstlerischen Rezeption ihren Platz haben. Aussagen über Gott als Schöpfer und seine Schöpfung finden sich aber auch in anderen, oft unbekannten Texten: In den Ijob-Dialogen wird die Unbegreiflichkeit der Schöpfung thematisiert, Deuterojesaja formuliert die monotheistische Spitzenaussage „Ich erschaffe das Licht und mache das Dunkel, ich bewirke das Heil und erschaffe das Unheil.“ (Jes 45,7)                                                                                                                                        Die Welt als Schöpfung zu verstehen heißt daher auch zu fragen, wie das Verhältnis Gottes zu dieser Schöpfung ist, zu fragen, woher das Unheil in der Welt kommt, aber auch darüber nachzudenken, wie der Mensch in seinem Verhältnis zu Gott und zur Welt gesehen wird. Die Autoren der Priesterschrift haben dafür die nachhaltig wirksame Vorstellung der Gottebenbildlichkeit entwickelt.                      Das Alte Testament hat Konzeptionen aus seiner Umwelt aufgegriffen und verarbeitet. Wir werden verschiedene biblische Texte mit ihrer jeweiligen Schöpfungstheologie kennen lernen und, um diese besser zu verstehen, uns mit den Mythen und Bildern der altorientalischen Umwelt auseinandersetzen.                                       Gerade bei den Schöpfungstexten wird die Hermeneutik biblischer Texte besonders deutlich (Stichworte: Kreationismus, sog. Neuer Atheismus). Wir beschäftigen uns daher auch mit solchen Fragen: Wie können wir diese Texte heute noch verstehen, wie ist ihr Verhältnis zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen? (3 SWS)

Literatur:
SCHMID, K. (Hg.), Schöpfung (Themen der Theologie 4; utb 3514), Tübingen 2012.
KEEL, O., SCHROER, S., Schöpfung. Biblische Theologien im Kontext altorientalischer Religionen, Göttingen – Freiburg/CH 2002 (2. Auflage 2008).
Themenheft „Schöpfung – Gabe und Aufgabe“: Bibel und Kirche 60 (2005), Heft 1.
JEREMIAS, J., Theologie des Alten Testaments, GAT/ATD.E 6, Göttingen 2015.                                                                                                 JANOWSKI, B., Tempel und Schöpfung. Schöpfungstheologische Aspekte der priesterlichen Heilig­tumskonzeption, in: ders., Gottes Gegenwart in Israel, Neukirchen-Vluyn 1993, 214–246.              SMITH, M.S., The Priestly Vision of Genesis 1, Minneapolis 2010. BOORER, S., The Vision of the Priestly Narrative. Its Genre and Hermeneutics of Time, Ancient Israel and its Literature 27, Atlanta 2016.                                                                                                              GUILLAUME, PH., Land and Calendar. The Priestly Document from Genesis 1 to Joshua 18, LHBOT 391, New York 2009.                    BLUM, E., Noch einmal: Das literargeschichtliche Profil der P-Überlieferung, in: F. Harten­stein/K.                                                     SCHMID (Hg.), Abschied von der Priesterschrift? Zum Stand der Pentateuchdebatte, VWGTh 40, Leipzig 2015, 32–64.                    LEVIN, CH., Die Priesterschrift als Quelle. Eine Erinnerung, in: ebd., 9–31.

 


Kirchenrecht – Dozent: Prof. Dr. Christoph Ohly

Kirchliches Verfassungsrecht II

Inhalt (cc. 330-367.431-459 CIC): Der zweite Teil der Vorlesung „Kirchliches Verfassungsrecht“ knüpft an die Vorlesung aus dem vergangenen Semester an und setzt die Überlegungen zur rechtlichen Struktur der Kirche fort. Die Grundeinsicht, dass das Verfassungsrecht gemäß der ekklesiologischen Lehre des II. Vatikanischen Konzils nicht nur die innere Ausgestaltung der Kirche gemäß göttlicher Offenbarung in den Blick zu nehmen, sondern auch das Grundverständnis der Katholischen Kirche im ökumenischen Zusammenhang der ganzen Christenheit zu erörtern hat, bleibt der notwendige Leitgedanke. Im Mittelpunkt der Überlegungen werden folgende Themen stehen: das Verhältnis von Universal- und Partikularkirche sowie Struktur und Organe der Gesamtkirche und der Teilkirchenverbände.

Rechtsquellen:                                                                                                          Codex Iuris Canonici, Lat.-dt. Ausgabe, Kevelaer 82017 (= CIC). Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium, Lat.-dt. Ausgabe, Paderborn 2000 (= CCEO).

Literatur:                                                                                                                             Die Literatur wird jeweils in der Vorlesung angegeben.                           Als Grundlagenliteratur gilt:                                                                    AYMANS, W., MÖRSDORF, K.  Kanonisches Recht. Lehrbuch aufgrund des Codex Iuris Canonici, Paderborn u.a. 131997 (Band 2), besonders §§ 58-71.                                                                                                FRHR. V. CAMPENHAUSEN, A., RIEDEL-SPANGENBERGER, I., SEBOTT R., (Hg.): Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht, Bde. I-III, Paderborn u.a. 2000, 2002, 2004.                                                      HAERING S., REES, W., SCHMITZ, H., (Hg.), Handbuch des katholischen Kirchenrechts (3. Aufl.), Regensburg 2015, besonders §§ 26-34.                                                                                                                 LÜDICKE, K., (Hg.): Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici unter besonderer Berücksichtigung der Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Loseblattwerk, Essen 1985 ff.                                                                                                                      PUTTER, B., Das Kollegialitätsprinzip der Bischöfe im heutigen Kirchenrecht (= MKCIC, Beiheft 69), Essen 2014.

Rechtliche Ordnung des Verkündigungsdienstes                                 Inhalt (cc. 747-833): Das dritte Buch des CIC/1983 widmet sich einem der beiden zentralen Normenbereiche der kirchlichen Sendung, der Verkündigung des Wortes Gottes. In ihrem Verkündigungsdienst richtet sich die Kirche sowohl an jene, die zur Begegnung mit Gott gerufen werden sollen, als auch an jene, die bereits durch die Taufe in die Kindschaft Gottes geführt wurden. Aus diesem inneren und äußeren Wesen der kirchlichen Verkündigung ergeben sich die fünf Titel des Buches, die sich auf die Wortverkündigung beziehen und Gegenstand der Vorlesung sind: Dienst am Wort Gottes, Missionstätigkeit der Kirche, Katholische Erziehung, Soziale Kommunikationsmittel (insbesondere Bücher) und Ablegung des Glaubensbekenntnisses.

Rechtsquellen:                                                                                                         Codex Iuris Canonici, Lat.-dt. Ausgabe, Kevelaer 82017 (= CIC/1983).                                                                                                                  Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium, Lat.-dt. Ausgabe, Paderborn 2000 (= CCEO).

Literatur:                                                                                                                             Die Literatur wird jeweils in der Vorlesung angegeben.                           Als Grundlagenliteratur gilt:                                                                      AYMANS, W., MÖRSDORF K., Kanonisches Recht. Lehrbuch aufgrund des Codex Iuris Canonici, Bd. 3, Paderborn u.a. 132007, besonders §§ 107-118.                                                                                          FRHR. V. CAMPENHAUSEN, A., RIEDEL-SPANGENBERGER, I., SEBOTT R., (Hg.): Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht, Bde. I-III, Paderborn u.a. 2000, 2002, 2004.                                               HAERING S., REES, W., SCHMITZ H. (Hg.), Handbuch des katholischen Kirchenrechts (3. Aufl.), Regensburg 2015, besonders §§ 62-70.                                                                                                                 HAERING S., SCHMITZ, H. (Hg.): Lexikon des Kirchenrechts, Freiburg-Basel-Wien 2004.                                                                     LÜDICKE, K. (Hg.): Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici unter besonderer Berücksichtigung der Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Loseblattwerk, Essen 1985 ff.

 


Religionspädagogik – Dozentin: Dr. phil. Annemarie Piller

 Religionspädagogik II :

Theorien und Methodenkonzepte zwischen Schulunterricht und Katechese                                                                                                      Kommentar: Das Fach Religionspädagogik ist als Teilfach des Bereichs der praktischen Theologie neben seiner Ausrichtung auf die Religionslehrerausbildung auch verpflichtend für das Studium im Rahmen der Priesterausbildung, sofern auch hier der Religionsunterricht bzw. die Religionslehre – traditionell eng verwandt mit der klassischen Katechese – über die Schule hinaus einen eigenen Stellenwert innehat. Zur Erfüllung dieser Aufgabe ist die Religionspädagogik schon auf fachwissenschaftlicher Ebene interdisziplinär ausgelegt, mit den Schwerpunkten Theologie, Psychologie und Pädagogik, was für das Theologiestudium z.T. die fächerübergreifende Einblicknahme in andere Wissenschaften erfordert.                                                                                                                             Die Vermittlung des Fachs Religionspädagogik im Rahmen des Studium Rudolphinum ist demzufolge zweigliedrig, verteilt auf zwei Semester mit je einer Vorlesung zu je zwei Wochenstunden: a) als Grundlegung/Einführung, b) als Aufbau- bzw. Vertiefung.                    Das bedeutet für das SS 2018 unter dem Titel Religionspädagogik II die vertiefende Behandlung religionspädagogischer Kernbereiche mit den Schwerpunkten religionspädagogische und -didaktische Standardtheorien und Methodenkonzepte („Grundlagen für den Schulunterricht“); pfarr- und diözesanzentrierte Katechese („Jugendarbeit und Jugendpastoral; Erwachsenenbildung“ – d.h. in der Praxis: Kommunion- u. Firmvorbereitung, Ministrantenarbeit, Tauf- u. Ehevorbereitung sowie christliche resp. katholische Bildungsarbeit). (2 SWS)

Literatur:                                                                                                                 HILGER, G., LEIMGRUBER S., ZIEBERTZ H.-G., Religionsdidaktik: Ein Leitfaden für Studium, Ausbildung und Beruf/ Unter Mitarbeit von Matthias Bahr, Stefan Heil et al. Neuausgabe, vollst. überarb. 6. Aufl. (1. Aufl. 2001) München: Kösel-Verl. 2010. [Standardwerk Kathol. Theol.].                                                                                                        ADAM, G., LACHMANN, R., ROTHGANGEL M. (Hrsg.), Religionspädagogisches Kompendium: Grundlegung u. Kontexte ethischer Urteilsbildung. 8. Aufl. Göttingen: Vandenhoeck & Rupprecht, 2014. [Standardwerk Evang. Theol.].                                       Die entsprechenden Verlautbarungen der Deutschen Bischöfe ab der Würzburger Synode von 1974.                                                              Lexikon für Theologie und Kirche: Stichworte „Erwachsenenbildung“, „Gemeindekatechese“. [LthK]. Bd. 4, Freiburg i. Br. ; Basel etc. : Herder, 1995.

 


Homiletik – Dozent: Dr. Werner Schrüfer

 „Gegenwärtig ist er in seinem Wort“ (Zweites Vatikanisches Konzil, Liturgiekonstitution, Kap. 7) Homiletik – Theologische und praktische Einführung in das Geschehen christlicher Verkündigung

Beschreibung: Die Vorlesung setzt sich das Ziel, Theorie und Praxis christlicher Verkündigung einer umfassenden theologischen Bestandsaufnahme zu unterziehen, wobei der Begriff „Verkündigung“ die ganze Bandbreite öffentlicher und geistlicher Redesituationen beinhaltet.  Zugleich wird von jedem Teilnehmer erwartet, eine Ansprache zu erarbeiten und vorzutragen sowie sich diesbezüglich einer (internen) Analyse zu stellen.                                     Zur Vorbereitung und Grundlegung empfehle ich das aufmerksame Erleben von Situationen öffentlicher Rede und konzentriertes Hören sonntäglicher Predigten. (2 SWS)

Literatur:                                                                                                                   SCHÜEPP (Hg.), Handbuch zur Predigt, Zürich-Einsiedeln-Köln 1982.                                                                                                                          ZERFAß, R., Grundkurs Predigt, Bde. I und II, Düsseldorf 1987 und 1992.                                                                                                                              ROTH, U., SCHÖTTLER, H.-G., ULRICH, G. (Hg.), Sonntäglich. Zugänge zum Verständnis von Sonntag, Sonntagskultur und Sonntagspredigt (= Ökumenische Studien zur Predigt 4), München 2003.                                                                                                                              THIELE M., Geistliche Beredsamkeit. Reflexionen zur Predigtkunst, Stuttgart 2004.                                                                                         ENGEMANN, W., LÜTZE F. M. (Hg.), Grundfragen der Predigt. Ein Studienbuch, Leipzig22009.                                                                              VOGT, F., Predigen als Erlebnis. Narrative Verkündigung. Eine Homiletik für das 21. Jahrhundert, Neukirchen-Vluyn 2009.    Apostolisches Schreiben EVANGELII GAUDIUM des Heiligen Vaters Papst Franziskus (= Verlautbarungen des Apostolischen Stuhles, Nr. 194).                                                                                                                         WOLLBOLD, A., Predigen. Grundlagen und praktische Anleitung,  Regensburg 2017.

 


NT-Exegese – Dozent: Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann

Der erste Korintherbrief                                                                                         Der erste Korintherbrief gewährt uns einen einmaligen Einblick in das Leben und die Probleme einer jungen christlichen Gemeinde in einer Großstadt des römischen Reiches. Der Apostel Paulus, der sie auf seiner sog. zweiten Missionsreise Anfang der 50er Jahre gegründet hatte, beantwortet mit diesem Brief einige Fragen, die ihm von der Gemeinde offenbar schriftlich gestellt wurden. Diese Fragen bezogen sich auf Askese, Ehe und Sexualität (7,1) und auf die Jungfrauen (7,25), auf den Umgang mit Götzenopferfleisch (8,1), auf die Geistesgaben (12,1), auf die Totenauferstehung (15,12) sowie auf die Kollekte für die Urgemeinde in Jerusalem (16,1). Darüber hinaus nimmt der Apostel, den auch auf mündlichem Wege Nachrichten aus der Gemeinde erreichen, zu einer Reihe von Themen Stellung, die ihm selbst wichtig sind. So sind ihm als Gemeindegründer und Apostel Jesu Christi die sozialen und theologischen Spaltungen ein Dorn im Auge, die unter den Christen in Korinth herrschen. Äußerst kritisch sieht er die Ansätze einer triumphalen Herrlichkeitstheologie, die den Gekreuzigten aus dem Blick geraten lässt, aber auch das Verhalten mancher Frauen im Gottesdienst sowie die seiner Meinung nach „unwürdige“ Feier des Herrenmahles.                                                                                                              Diese Fragen und Probleme, die zumindest teilweise nach wie vor die unsrigen sind, nimmt der Apostel zum Anlass, am Leitfaden des „Wortes vom Kreuz“ (1,18) grundlegende Erwägungen anzustellen und Entscheidungen zu treffen. Dass er dies auf argumentativem Wege tut, seine Gemeinde als geistbegabt und einsichtig ernst nimmt, macht das Studium des 1Kor bis zum heutigen Tage zu einem Exerzitium theologischer Schriftlektüre. (2 SWS)

Literatur:                                                                                                      Kommentare zum 1. Korintherbrief (Auswahl):                                KLAUCK, H.-J., 1. Korintherbrief (NEB.NT 7) Würzburg 31992.          LANG, F., Die Briefe an die Korinther (NTD 7) Göttingen 21994.      LINDEMANN, A., Der erste Korintherbrief (HNT 9) Tübingen 2000.                                                                                                                          MERKLEIN, H., GIELEN, M., Der erste Brief an die Korinther I–III (ÖTK 7) Gütersloh u.a. 1992.2000.2005.                                                       PETERSON, E., Der erste Brief an die Korinther und Paulusstudien, hg. v. H.-U. Weidemann (Ausgewählte Schriften 7) Würzburg 2006.    SCHOTTROFF, L., Der erste Brief an die Gemeinde in Korinth (Theologischer Kommentar zum Neuen Testament 7), Stuttgart 2013.                                                                                                                            SCHRAGE, W., Der erste Brief an die Korinther I–IV (EKK VII/1–4) Zürich u.a. 1991.1995.1999.2001.                                                             STROBEL, A., Der Brief an die Korinther (ZBK.NT 6/1) Zürich 1989.                                                                                                                                 WOLFF, C., Der erste Brief des Paulus an die Korinther (ThHK 7) Berlin 22000.                                                                                                               ZELLER, D., Der erste Brief an die Korinther (KEK) Göttingen 2010.

Weitere Literatur zur Einführung:                                                              BROER, I., WEIDEMANN, H.-U., Einleitung in das Neue Testament, Würzburg 42016, 334–355.                                                                                     SCHMELLER, TH., Der erste Korintherbrief, in: M. Ebner/S. Schreiber (Hg.), Einleitung in das Neue Testament, Stuttgart 2008, 303–325.                                                                                                        WISCHMEYER, O. (Hg.), Paulus. Leben – Umwelt – Werk – Briefe, Tübingen 2006, v.a. 138–163.                                                                        WOLTER, M., Paulus. Ein Grundriss seiner Theologie, Neukirchen-Vluyn 2011.

Vorlesungen Wintersemester 2017/18
 Beginn: 16. Oktober 2017

 Dogmatik – Dozent: Prof. Dr. Christoph Binninger

 Sakramentenlehre:
Um das Werk des Heils zu verwirklichen, ‚ist Christus seiner Kirche immerdar gegenwärtig, besonders in den liturgischen Handlungen… Mit Recht gilt also die Liturgie als Vollzug des Priesteramts Christi; durch sinnenfällige Zeichen wird in ihr die Heiligung des Menschen bezeichnet und in je eigener Weise bewirkt…‘ (SC 7) Die Sakramente Christi vermitteln somit den Menschen das Heil: die Gemeinschaft mit Gott und allen Erlösten.
Die Vorlesung widmet sich in einem ersten Teil der allgemeinen Sakramentenlehre und in einem zweiten Teil stellt sie die sieben Sakramente in ihrer Heilsbedeutung (spezielle Sakramentenlehre) dar. (4 SWS)

Literatur:
HDG IV 1a und HDG IV 1b
KASPER, W., Zur Theologie der christlichen Ehe, Mainz 1976.
MUßNER, F., Der Jakobusbrief, Freiburg/Br. 19752.
RATZINGER, J., Opfer, Sakrament und Priestertum in der Entwicklung der Kirche, in: Catholica 26 (1972) 108-125.
KKD VII.
MÜLLER, G.L., Katholische Dogmatik, Freiburg/Br. 19983, 628-768.


Liturgiewissenschaft – Dozent: Dr. Sven Boenneke

 Liturgik III: Geschichte, Theologien und Vollzug der Feier der Eucharistie
Das dritte Semester der Liturgievorlesung behandelt die hl. Messe. Im Sinne vergleichender Liturgiewissenschaft werden zunächst Typen urkirchlicher Eucharistien, Strukturen altkirchlicher und aktueller Hochgebete sowie Akzentuierungen der Einsetzungsworte unterschiedlicher Riten erarbeitet. Dadurch werden theologische Grunddaten der Eucharistiefeier aus deren klassischen Vollzügen erschlossen, um „die Riten und Gebete dieses Mysteriums wohl zu verstehen“ (SC 48). Dies wird dann anhand der einzelnen Struktureinheiten der römischen Messe jeweils hinsichtlich ihres Bestandes, ihrer historischen Entwicklung und ihrer Bedeutung für einen adäquaten Vollzug konkretisiert. So will die Vorlesung mit hinführen zur Eucharistie als einem „Geheimnis, an das man glaubt, … das man feiert, … das man lebt“ (Papst Benedikt XVI.). (2 SWS)

 Literatur:
BENEDIKT XVI., Sacramentum Caritatis, VAS 177, Bonn 2007.
BRADSHAW P. F., The Search for the Origins of Christian Worship. Sources and Methods for the Study of Early Liturgy, London 20022.
BUGNINI A., Die Liturgiereform. 1948-1975. Zeugnis und Testament, Freiburg i. Br. 1988.
JOHANNES PAUL II, Ecclesia de Eucharistia, VAS 159, Bonn 220032.
JUNGMANN A., Messe im Gottesvolk. Ein nachkonziliarer Durchblick durch Missarum Sollemnia, Freiburg i. Br. 1970.
JUNGMANN A., Missarum Sollemnia. Eine genetische Erklärung der römischen Messe (2 Bde.), Wien 19492.
PLÖGER J. G. (Hg.), Gott feiern. Theologische Anregung und geistliche Vertiefung zur Feier von Messe und Stundengebet (FS Th. Schnitzler), Freiburg i. Br. 1980.


Moraltheologie – Dozent: Prof. Dr. Clemens Breuer

Ehe und Familie nach dem heiligen Papst Johannes Paul II. (1978-2005)
Karol Wojtyla/ Johannes Paul II. hat sich über Jahrzehnte mit moraltheologischen Themen im Allgemeinen und mit Ehe und Familie im Besonderen befasst. In der Vorlesung wird der Lebensweg dieses Papstes, der die Kirche über ein Vierteljahrhundert leitete, nachgezeichnet und sein wissenschaftliches Werk umrissen. Zahlreiche seiner Schriften befassen sich mit dem Begriff der Person sowie Ehe und Familie. Sein theologisches Denken hat in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts Maßstäbe gesetzt, deren positives Fortwirken bis heute erkennbar ist. (1 SWS)

Literatur:
JOHANNES PAUL II., Apostolisches Schreiben „Familiaris consortio“ über die Aufgaben der christlichen Familie in der Welt von heute (= Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 33) Bonn 1981.
PAUL VI., Enzyklika „Humanae vitae“ über die rechte Ordnung der Weitergabe menschlichen Lebens (lateinisch – deutsch), Trier 1979 (das Dokument ist 1968 erschienen).
KATECHISMUS DER KATHOLISCHEN KIRCHE, München 1993, S. 590-605 (Artikel 6: Das sechste Gebot).
PÄPSTLICHER RAT FÜR DIE FAMILIE (Hg.), Lexikon Familie. Mehrdeutige und umstrittene Begriffe zu Familie, Leben und ethischen Fragen (redaktionelle Bearbeitung der deutschen Ausgabe von Hans Reis), Paderborn 2007.
SEKRETARIAT DER DEUTSCHEN BISCHOFSKONFERENZ (Hg.), Ehe und Familie – in guter Gesellschaft (= Die deutschen Bischöfe,  Nr. 61), Bonn 1999.
ANGENENDT A., Ehe, Liebe und Sexualität im Christentum. Von den Anfängen bis heute, Münster 2015.
SEIFERT J., Johannes Paul II. über die Ehemoral. Seine Lehren und ihre Hintergründe in einer personalistischen Philosophie der menschlichen Sexualität, in: Internationale Katholische Zeitschrift „Communio“ 26 (1997) 44-65.
VODERHOLZER R. (Hg.), Zur Seelsorge wiederverheirateter Geschiedener. Dokumente, Kommentare und Studien der Glaubenskongregation. Mit einer Einführung von Joseph Ratzinger/ Benedikt XVI., Würzburg 2014.


Moraltheologie (Seminar) – Dozent: Prof. Dr. Clemens Breuer

 Ehe und Familie in guter Gesellschaft?
Im Herbst 1998 verabschiedete die Deutsche Bischofskonferenz ein Wort der deutschen Bischöfe mit dem Titel „Ehe und Familie – in guter Gesellschaft“. Darin wird zu Beginn betont, dass Ehe und Familie zu den vordringlichsten Aufgabenfeldern in unserer Gesellschaft gehören. Neben vielen praktischen Problemen jedoch, so die  Bischöfe, gebe es heute „auch mehr oder minder theoretisch fundierte Umdeutungen von Ehe und  Familie“ (Vorwort).
Fast zwanzig Jahre später kann resümiert werden, dass Umdeutungen vielfach erfolgt bzw. weitergeführt wurden: In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Auffassungen über das Zusammenleben der Menschen deutlich gewandelt (die Einstellungen zu vor- und außerehelichem Zusammenleben, Ehescheidung, Wiederheirat, Homosexualität etc.). Dies hat unter anderem dazu geführt, dass im Sommer 2017 der Deutsche Bundestag die sogenannte „Ehe für alle“ beschlossen hat. Gleichgeschlechtliche Menschen können somit eine standesamtlich gültige Ehe schließen.
Aber auch innerkirchlich ist in den vergangenen Jahren viel über Ehe und Familie gesprochen und zum Teil heftig gestritten worden. Das Seminar soll Einblicke in die Geschichte von Ehe und Familie im christlichen und außerchristlichen Kontext geben und danach fragen, was Ehe und Familie im Kern ausmacht und was als unverzichtbare Bestandteile für Kirche und Gesellschaft beibehalten werden sollte. (2 SWS)

Literatur:
Literatur wie zur Vorlesung Moraltheologie (s.o.).


Kirchenrecht – Dozent: Prof. Dr. Christoph Ohly

1.) Einführung in das Kirchenrecht
Kirche und Recht stehen nicht selten in einem emotional begründeten Widerspruch. Was hat die Botschaft des Evangeliums mit dem Phänomen „Recht“ zu tun? Ist das Recht nicht vielmehr ein ungeliebter Hemmschuh jeder kirchlichen Seelsorge? Ausgehend von einer notwendig theologischen Grundlegung des Kirchenrechts gibt die Vorlesung einen Überblick über wesentliche Komponenten des Kirchenrechts, u.a. zur kirchlichen Rechtsgeschichte, zum Aufbau des kirchlichen Gesetzbuches (Codex Iuris Canonici) sowie zu den grundlegenden Rechtsinstrumenten, wie sie im Liber I des CIC/1983 (Allgemeine Normen) dargeboten und in der kirchlichen Praxis verwendet werden. (1 SWS)

Rechtsquellen:
Codex Iuris Canonici, Lat.-dt. Ausgabe, Kevelaer 82017 (= CIC/1983).
Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium, Lat.-dt. Ausgabe, Paderborn 2000 (= CCEO).

Einstiegsliteratur:
AYMANS W., MOERSDORF K., Kanonisches Recht. Lehrbuch aufgrund des Codex Iuris Canonici, Paderborn u.a. 131991 (Band I), 131997 (Band II), 132007 (Band III), 132013 (Band IV).
FRHR. V. CAMPENHAUSEN A., RIEDEL-SPANGENBERGER I., SEBOTT R. (Hg.), Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht, Bde. I-III, Paderborn u.a. 2000, 2002, 2004.
HAERING S., REES W, SCHMITZ H. (Hg.), Handbuch des katholischen Kirchenrechts (3. Aufl.), Regensburg 2015.
HAERING S., SCHMITZ H. (Hg.), Lexikon des Kirchenrechts, Freiburg-Basel-Wien 2004.
LUEDICKE K. (Hg.), Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici unter besonderer Berücksichtigung der Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Loseblattwerk, Essen 1985 ff.

Weiterführende Literatur:
Wird fortlaufend zu den Vorlesungen angegeben.

2.) Kirchliches Verfassungsrecht I
Das kirchliche Verfassungsrecht behandelt die rechtliche Struktur der Kirche. Dabei ist gemäß der ekklesiologischen Lehre des II. Vatikanischen Konzils nicht nur die innere Ausgestaltung der Kirche gemäß göttlicher Offenbarung in den Blick zu nehmen. Wesentlich gehört dazu auch das Grundverständnis der Katholischen Kirche im ökumenischen Zusammenhang der ganzen Christenheit. Im ersten Teil der sich über mehrere Semester erstreckenden Vorlesung werden zunächst die Grundlagen der kanonistischen Communio-Theologie, die einschlägigen Canones zur Grundstellung des Christgläubigen und zur Gesamtkirche sowie deren verfassungsrechtlich relevanten Organe behandelt. (1 SWS)

Rechtsquellen:
Codex Iuris Canonici, Lat.-dt. Ausgabe, Kevelaer 82017 (= CIC/1983)
Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium, Lat.-dt. Ausgabe, Paderborn 2000 (= CCEO).

Einstiegsliteratur:
AYMANS W., MOERSDORF K., Kanonisches Recht. Lehrbuch aufgrund des Codex Iuris Canonici, Paderborn u.a. 131997 (Band 2), besonders §§ 48-81.
FRHR. V. CAMPENHAUSEN A., RIEDEL-SPANGENBERGER I., SEBOTT R. (Hg.), Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht, Bde. I-III, Paderborn u.a. 2000, 2002, 2004.
HAERING S., REES W., SCHMITZ H. (Hg.), Handbuch des katholischen Kirchenrechts (3. Aufl.), Regensburg 2015. besonders §§ 15-25.
HAERING S., SCHMITZ H. (Hg.), Lexikon des Kirchenrechts, Freiburg-Basel-Wien 2004.
LUEDICKE K. (Hg.), Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici unter besonderer Berücksichtigung der Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Loseblattwerk, Essen 1985 ff.

Weiterführende Literatur:
Wird fortlaufend zu den Vorlesungen angegeben.


Religionspädagogik – Dozentin: Dr. Annemarie Piller

Religionspädagogik I: Grundlagen – zwischen Theologie, Psychologie und Pädagogik
Das Fach Religionspädagogik ist als Teilfach des Bereichs der praktischen Theologie neben seiner Ausrichtung auf die Religionslehrerausbildung auch verpflichtend für das Studium im Rahmen der Priesterausbildung, sofern auch hier der Religionsunterricht bzw. die Religionslehre – traditionell eng verwandt mit der klassischen Katechese – über die Schule hinaus einen eigenen Stellenwert innehat. Zur Erfüllung dieser Aufgabe ist die Religionspädagogik schon auf fachwissenschaftlicher Ebene interdisziplinär ausgelegt, mit den Schwerpunkten Theologie, Psychologie und Pädagogik, was für das Theologiestudium z.T. die fächerübergreifende Einblicknahme in andere Wissenschaften erfordert.
Die Vermittlung des Fachs Religionspädagogik im Rahmen des Studium Rudolphinum ist demzufolge zweigliedrig, verteilt auf zwei Semester mit je einer Vorlesung zu je zwei Wochenstunden: a) als Grundlegung/Einführung, b) als Aufbau- bzw. Vertiefung. Das bedeutet für das WS 2017/18 unter dem Titel Religionspädagogik I die Behandlung der Grundlagen bzw. der Einführung in das Fach entspr. a) – der Studienordnung folgend mit den Schwerpunkten „Grundfragen religiöser Erziehung“, „Entwicklungspsychologie“ sowie vorausblickend auf die allgemein pädagogischen Aspekte der „Pfarrkatechese“ (deren etablierte Bereiche „Jugendarbeit und Jugendpastoral“, d.h. in der Praxis: Kommunion- u. Firmvorbereitung, ferner Ministrantenarbeit, aber auch Tauf- u. Ehevorbereitung freilich schon in die Vertiefungsvorlesung des Folgesemesters gehören). (2 SWS)

Literatur:
BIESINGER A., Kinder nicht um Gott betrügen : Warum religiöse Erziehung so wichtig ist. 15. Aufl., überarb. Neuaufl. Freiburg i.Br. : Herder, 2012.
WICKI W., Entwicklungspsychologie. 2., aktual. u. erw. Aufl. München ; Basel : E. Reinhardt Verl., 2015 (UTB 3287).
SCHMITT K.-H., „Gemeindekatechese“. In: Lexikon für Theologie und Kirche [LthK]. Bd. 4, Freiburg i. Br. ; Basel etc. : Herder, 1995, Sp. 425f.


NT-Exegese – Dozent: Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann

Die Urgemeinde – Die Anfänge der Kirche in Jerusalem und die Öffnung zu den Nichtjuden
Als „Urgemeinde“ im engeren Sinne bezeichnet man die Gruppierungen christusgläubiger Juden in Jerusalem. Deren wechselvolle Geschichte, die von den Osterereignissen bis in die Zeit vor dem zweiten jüdischen Aufstand (um 135 n. Chr.) reicht, steht im Zentrum der Vorlesung: ihre Anfänge und ihr Selbstverständnis als endzeitliche Heilsgemeinde in Israel, wichtige Personen(gruppen) und Führungsfiguren, ihre Verkündigung, ihre gottesdienstlichen Feiern, aber auch erste Konflikte und interne Fraktionsbildungen.
Zu einer Geschichte der Urgemeinde gehören aber auch die sog. hellenistischen Judenchristen in Jerusalem, in deren Kreisen wohl erste Distanzierungen zum Tempelkult vorgenommen wurden. Vermutlich waren es Angehörige dieser Gruppe, die außerhalb Jerusalems zum ersten Mal auch die Grenzen des Judentums überschritten und Nichtjuden als Gemeindemitglieder akzeptiert haben. Insbesondere in der Ekklesia von Antiochia wurde der theologische und organisatorische Nährboden der Missionsarbeit des Paulus (der mit seiner Kollekte immer das Band zur Jerusalemer Urgemeinde festhielt!), aber auch anderer Heidenmissionare bereitet. Beim sog. Apostelkonvent erzielten die Jerusalemer und die antiochenische Gemeinde noch eine grundlegende Übereinkunft, wie mit zum Glauben kommenden Heiden zu verfahren ist.
Die Geschichte der Urgemeinde ist Teil der Entwicklung einer ursprünglich innerjüdischen Reformbewegung hin zur zunehmenden heidenchristlichen Großkirche und damit Teil der „Trennung(en) der Wege“ von Frühjudentum und Frühchristentum. Auch diese parallel zur inneren Entwicklung des Judentums (v.a. zwischen 70 und 135 n. Chr.) verlaufenden Prozesse der Abgrenzung und der wechselseitigen Selbstfindung, der Trennungen und Interaktionen werden in die Darstellung der Geschichte des frühen Christentums einbezogen. (2 SWS)

Quellen:
Vor allem die Apostelgeschichte des Lukas und die Briefe des Apostels Paulus, außerdem die Kirchengeschichte des Eusebius (v.a. die Notizen Hegesipps) sowie das Werk des Flavius Josephus über den Jüdischen Krieg.

Literaturauswahl:
BOYARIN D., Border Lines. The Partition of Judaeo-Christianity, Philadelphia 2004 (dt. Übersetzung: Abgrenzungen. Die Aufspaltung des Judäo-Christentums [ANTZ 10], Verlag Institut Kirche und Judentum, Berlin 2009).
DUNN, J. D. G., Beginning from Jerusalem (Christianity in the Making Vol. 2), Grand Rapids 2009.
DUNN, J. D. G., Neither Jew Nor Greek. A Contested Identity (Christianity in the Making 3), Grand Rapids 2015.
FRANKENMÖLLE H., Frühjudentum und Urchristentum, Vorgeschichte-Verlauf-Auswirkungen, Stuttgart 2006.
KOCH D.-A., Geschichte des Urchristentums. Ein Lehrbuch, Göttingen 2013.
SCHNELLE U., Die ersten 100 Jahre des Christentums 30-130 n. Chr. (UTB), Göttingen 2015.
WEIDEMANN H.-U., Jesus ist der Herr. Vorbemerkungen zur Christologie der „Urgemeinde“, in: G. AUGUSTIN u.a. (Hg.), Mein Herr und mein Gott. Christus bekennen und verkünden (FS Walter Kardinal Kasper), Freiburg etc. 2013, 43-69.


VORLESUNGEN SOMMERSEMESTER 2017

II. STUDIENABSCHNITT

Vorlesungszeit: 24. April -21. Juli 2017  (Pfingstferien 03. – 06. Juni 2017)

 2. Studienabschnitt

 

 

Vorlesungen

sommersemester 2017

 

Beginn: 24. April 2017

 

 

 

 

Dogmatik

Dozent: Prof. Dr. Christoph Binninger

 

Gnadenlehre

„Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“

(1Kor 1,2b)

 

Die Lehre von der Gnade beschäftigt sich mit dem Mysterium. Wie das von Christus erworbene Heil dem einzelnen Menschen geschenkt wird, damit er Anteil am göttlichen Leben gewinnt. Es geht um „den Übergang der Heilstat Jesu Christi im Heiligen Geist auf den Einzelnen und dessen Einbeziehung in die Geschichte des Heils.“ (Scheffczyk)

 

In einem ersten Teil widmet sich die Vorlesung der biblischen Grundlegung der Gnadenlehre und deren theologiegeschichtlicher Entfaltung (u.a. Augustinus, Thomas von Aquin, Reformatoren und das Konzil von Trient).

Der zweite Teil der Vorlesung stellt sich systematischen Fragestellungen (u.a. Verhältnis von Gnade und Freiheit. Prädestination, Rechtfertigung, aktuelle und heiligmachende Gnade, Verdienst).

 

(1 SWS)

 

Literatur:

PESCH O. H., PETERS A., Einführung in die Lehre von der Gnade und Rechtfertigung, Darmstadt 19943.

GRESHAKE G., Geschenkte Freiheit. Einführung in die Gnadenlehre, Freiburg/Br. 1992.

GANOCZY A., Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen. Grundriss der Gnadenlehre, Düsseldorf 1989.

MÜLLER G.H., Katholische Dogmatik. Für Studium und Praxis der Theologie, Freiburg/Br. 19983.

BINNINGER, C., Mysterium inhabitationis Trinitatis. M. J. Scheebens theologische Auseinandersetzung mit der Frage nach der Art und Weise der übernatürlichen Verbindung der göttlichen Personen mit dem Gerechten: MthS 62, München 2003.

KKD V.

HDG III,5b.

MySal IV,2.

 

 

Ekklesiologie

„In eben dem Maß als einer die Kirche liebt, in eben dem Maß hat er den Heiligen Geist.“ (Augustinus)

 

In einer Zeit, in der noch immer der verhängnisvolle Slogan „Jesus: Ja – Kirche: Nein!“ bei vielen Menschen gegenwärtig ist, möchte die Vorlesung auf das Wesen und die Bedeutung der von Christus gestifteten Kirche näher eingehen.

 

(3 SWS)

 

Literatur:

CONGAR Y., Die Kirche als Volk Gottes, in: IKaZ 1(1965) 5 – 16.

JOHANNES PAUL II., Nachsynodales Schreiben Christifideles Laici über die Berufung und Sendung der Laien in Kirche und Welt.

RATZINGER J., Die Ekklesiologie des Zweiten Vatikanums, in: IKaZ 15 (1986) 41 – 52.

SCHEFFCZYK L., Das Unwandelbare im Petrusamt, Berlin 1971.

SCHLIER H., Die Zeit der Kirche, Freiburg/Br. 1956.

BINNINGER C., „Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht.“ Berufen zum Aufbau des Gottesreiches unter den Menschen. Die Laienfrage in der katholischen Diskussion in Deutschland um 1800 bis zur Enzyklika „Mystici Corporis“ (1943): MThS 61, München 2002.

KEHL M., Die Kirche. Eine katholische Ekklesiologie, Würzburg 1992.

KKD VIII.

HDG III, 3b.

 

 

 

 

Liturgiewissenschaft

Dozent: Dr. Sven Boenneke

 

Liturgik II: Kirchenjahr und Stundengebet

Die Vorlesung baut auf der Fundamentalliturgik des Wintersemesters auf und behandelt die Feier des Pas’cha-Mysteriums im zeitlichen Rhythmus von Tag, Woche und Jahr. Die gottesdienstliche Feier der Kirche entfaltet das eine Pas’cha-Mysterium z.B. im Stundengebet, der Sonntags- und Osterfeier sowie den Festen und Zyklen des Jahreskreises. Deren prägende liturgische Symboliken und Typologien ebenso wie ihr historisches Werden gilt es, auf einen Vollzug „mit geistlicher Frucht“ (SC 94, vgl. AES 11) hin zu erschließen.

 

(2 SWS)

 

Literatur:

AUF DER MAUR, H., Feiern im Rhythmus der Zeit I: Herrenfeste in Woche und Jahr, bei: Gottesdienst der Kirche 5, Regensburg 1983.

BUNGE G., Irdene Gefäße. Die Praxis des persönlichen Gebetes nach der Überlieferung der heiligen Väter, Beuron 2017.

DANIELOU J., Liturgie und Bibel. Die Symbolik der Sakramente bei den Kirchenvätern, München 1963.

DE CHAMPEAUX G., STERCKX S., Einführung in die Welt der Symbole, Würzburg 1990 u.ö.

MEßNER R. Einführung in die Liturgiewissenschaft, Paderborn u.a., 22009.

PASCHER J., Das liturgische Jahr, München 1963.

PIEPER J., Zustimmung zur Welt: eine Theorie des Festes, München 1963 u.ö.

RECH P., Inbild des Kosmos. Eine Symbolik der Schöpfung, Salzburg u.a. 1966.

TAFT R., The Liturgy of the Hours in East and West. The Origins of the Divine Office and Its Meaning for Today, Collegeville 1986.

TALLEY T., The Origins of the Liturgical Year, Collegeville 21991.

WOOLFENDEN G., Daily Liturgical Prayer. Origins and Theology, Aldershot 2004.

 

 

 

 

Moraltheologie

Dozent: Prof. Dr. Clemens Breuer

 

Spezielle Moraltheologie: bioethische Fragestellungen (I)

Seit mehreren Jahrzehnten stellen uns die biomedizinischen Erkenntnisse mit ihren zahlreichen neuen Anwendungsfeldern vor ethische und moralische Herausforderungen, die in vorangegangenen Zeiten nicht oder allenfalls am Rande thematisiert und einer Antwort zugeführt werden brauchten. Das – im Vergleich zu heute – große Maß an „Nicht-Wissen“ früherer Generationen im Bereich der Biomedizin äußerte sich nicht zuletzt dadurch, dass die Menschen in der Regel Behinderung, Krankheit und Tod als unvermeidbares Schicksal hinnahmen, das dem göttlichen Willen entsprach.

In der Vorlesung werden zunächst grundlegende Begriffe der bioethischen Auseinandersetzung aufgegriffen und erläutert. Unterschiede und Gemeinsamkeiten einer säkularen Bioethik und einer theologischen Lebensethik werden angesprochen. Neben der Frage nach dem Tötungsverbot (im Generellen, wie in Bezug auf Abtreibung und Euthanasie), werden die Sexualität des Menschen, reproduktionsmedizinische Techniken, gentechnologische Möglichkeiten und die Organtransplantation thematisiert.

 

(3,5 SWS)

 

Literatur:

Enzyklika „Evangelium vitae“ von Papst Johannes Paul II. über den Wert und die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens (= Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 120), Bonn 1995.

Enzyklika „Humanae vitae“ über die rechte Ordnung der Weitergabe menschlichen Lebens (= Nachkonziliare Dokumentation, Bd. 14), Trier 4. Auflage 1979 (1. Auflage 1968).

Instruktion der Kongregation für die Glaubenslehre über die Achtung vor dem beginnenden menschlichen Leben und die Würde der Fortpflanzung. Antworten auf einige aktuelle Fragen (= Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 74), Bonn 1987.

Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland/ Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hg.): Sterbebegleitung statt aktiver Sterbehilfe. Eine Textsammlung kirchlicher Erklärungen (= Gemeinsame Texte, Nr. 17), Hannover/Bonn 2003.

Lexikon der Bioethik, Bd. 1-3 (hg. von Wilhelm Korff u.a.), Gütersloh 2000.

Lexikon der christlichen Ethik (auf der Grundlage des Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Auflage; hg. von Gerfried W. Hunold), Bd. 1-2, Freiburg/Br. 2003.

BREUER C., Person von Anfang an? Der Mensch aus der Retorte und die Frage nach dem Beginn des menschlichen Lebens, Paderborn 2. Auflage 2003.

GRAF R., Klonen: Prüfstein für die ethischen Prinzipien zum Schutz der Menschenwürde, St. Ottilien 2003.

SCHOCKENHOFF E., Ethik des Lebens. Grundlagen und neue Herausforderungen, Freiburg/Br. u.a. 2009.

 

 

 

 

AT-Exegese

Dozent: Prof. Dr. Oliver Dyma

 

Ijob (Hiob)

Das Buch Ijob stellt uns vor die theologisch brisante Frage des Leids, speziell des Leidens des Gerechten. Verschiedene Perspektiven werden eingenommen und Antwortmöglichkeiten durchgespielt. Die mannigfaltige Aufnahme der Frage und der Figur des Ijob sowie die reiche Sekundärliteratur gerade auch der letzten Jahre zeigen, dass wir damit nicht zu Ende kommen, dass es eine Antwort auf die Theodizee-Problematik letztlich nicht gibt. Der Glaube und das theologische Nachdenken rühren an ihre Grenze.

Neben den verschiedenen traditionellen Argumentationsmustern, die im Text auf die einzelnen Charaktere aufgeteilt sind, ist auch die literarische Strategie interessant: Die Leserinnen und Leser nehmen eine beobachtende Perspektive der Handlung ein, bekommen zugleich ihre eigenen Argumentationen vor Augen geführt und müssen sich letztlich selbst eine Meinung bilden.

 

(3 SWS)

 

Literatur:

HECKL R., Hiob – vom Gottesfürchtigen zum Repräsentanten Israels. Studien zur Buchwerdung des Hiobbuches und zu seinen Quellen (FAT 70), Tübingen 2010.

LUX R., Hiob. Im Räderwerk des Bösen (Biblische Gestalten 25), Leipzig 2012.

SCHMID K., Hiob als biblisches und antikes Buch. Historische und intellektuelle Kontexte seiner Theologie (SBS 219), Stuttgart 2010.

SCHWIENHORST-SCHÖNBERGER L., Ein Weg durch das Leid. Das Buch Ijob, Freiburg u.a. 2007.

STIER F., Das Buch Ijob, hrsg. von E. Beck und M. Sonntag, Stuttgart 2011.

WITTE M. (Hg.), Hiobs Gestalten. Interdisziplinäre Studien zum Bild Hiobs in Judentum und   Christentum (Studien zu Kirche und Israel NF 2), Leipzig 2012.

 

Zur Vorbereitung: Lesen Sie zur Vorbereitung das Ijob-Buch durch sowie ergänzend dazu die Erläuterungen in einer Einleitung (Zenger bzw. Gertz) oder den Artikel von Markus Witte, Hiob/ Hiobbuch: wibilex, https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/11644/, 2007.

 

 

 

 

 

Pastoraltheologie

Dozent: Prof. Dr. Veit Neumann

 

Individualisierung und Heterogenität – Anforderungen an den Seelsorger heute

Mitverursacht durch sozialen Wandel begegnen dem Seelsorger heute wiederholt gegenläufige Tendenzen in kirchlichen Formen und an kirchlichen Orten von Gemeinschaft (Pfarrei). Vielgestaltige Lebensentwürfe und Glaubenswege sind ein Indiz für die zunehmende Heterogenität (auch) unter gläubigen Menschen, die sich hier zeigt. Die Vorlesung problematisiert die Ausrichtung von Seelsorgekonzepten an Zielgruppen und überlegt, welche kommunikativen Kompetenzen dagegen in dieser Situation einer neuen Unübersichtlichkeit Vermittlung und Verkündigung ermöglichen. Gefragt wird, welche praktischen und welche geistlichen Voraussetzungen erforderlich sind, um im pastoralen Alltag zu bestehen.

 

(2 SWS)

 

Literatur:

EBERTZ M. N., Keine Freude, keine Hoffnung? Diakonia 46 (2015) 3, S. 174-180.

HELLGERMANN A., In der Falle der Individualisierung, Katechet. Blätter 138 (2013) 4, S. 288-292

INFÜHR H., Lebendigere Gemeinden durch Aktivierung von Zielgruppen. Der Beitrag der Aktionsforschung zur Gemeindebildung, Diakonia 2 (1981) 1, S. 22-39.

MERK R., Zauberwort Zielgruppe, Diakonie 1999, 6, S.10.

 

 

 

Kirchenrecht

Dozent: Prof. Dr. Christoph Ohly

 

Staatskirchenrecht

In der Frage nach dem rechten Verhältnis von Staat und Kirche ist seit längerer Zeit von einem interessanten Begriffspaar die Rede: Laizismus und Laizität. Die Termini stehen entgegen einer vermeintlichen Synonymität für zwei differierende Ansätze. Der Begriff „Laizismus“ geht zurück auf den französischen Pädagogen Ferdinand Buisson und bezeichnet eine weltanschauliche Denkweise, die eine radikale Trennung von Kirche und Staat fordert. In seiner ersten Enzyklika betont Papst Benedikt XVI., dass dem Christentum die Unterscheidung eigen sei zwischen dem, was des Kaisers ist, und dem, was Gottes ist (vgl. Mt 22,21). Auch hier geht es um eine bereits vom II. Vatikanischen Konzil herausgestellte Unterscheidung von Staat und Kirche, um die „Autonomie des weltlichen Bereichs“ (Deus caritas est, 28), jedoch im Sinne einer „gesunden Laizität“, die dem Staat die ihm zukommende Autonomie zugesteht, zugleich aber der Kirche das Recht einräumt, „die Vernunft zu reinigen“ (Benedikt XVI.). Die Vorlesung erarbeitet mögliche Grundmodelle einer solchen rechtlich relevanten Beziehung. Mit einem Schwerpunkt auf die Rechtsverhältnisse in Deutschland kommen schließlich die damit zusammenhängenden rechtlichen Sachbereiche (Religionsunterricht, Anstaltsseelsorge, kirchliches Besteuerungsrecht, etc.) zur Sprache.

 

(2 SWS)

 

Literatur: Quellentexte und Sekundärliteratur werden fortlaufend zu den Vorlesungen angegeben.

 

Einstiegsliteratur:

AYMANS W., MÖRSDORF K., Kanonisches Recht. Lehrbuch aufgrund des Codex Iuris Canonici, Bd. I, Paderborn u.a. 1991, hier bes. S. 82-101.

FREIHERR V. CAMPENHAUSEN A., Staatskirchenrecht. Eine systematische Darstellung des Religionsverfassungsrechts in Deutschland und Europa Ein Studienbuch, München 42006.

FREIHERR V. CAMPENHAUSEN A., RIEDEL-SPANGENBERGER I., SEBOTT R. SJ (Hg.), Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht, Bde. I-III, Paderborn u.a. 2000, 2002, 2004.

LISTL J., PIRSON D. (Hg.), Handbuch des Staatskirchenrechts der Bundesrepublik Deutschland (2. Aufl.), 2 Bde., Berlin 1994-1995.

HAERING S., REES W., SCHMITZ H. (Hg.), Handbuch des katholischen Kirchenrechts, Regensburg 32015, hier bes. §§ 116-126.

 

 

 

 

Kirchenrecht

– Seminar –

Dozent: Prof. Dr. Christoph Ohly

 

Kirchenrecht in Theorie und Praxis

„Was sagt denn das Kirchenrecht dazu?“ – Diese Frage taucht in der kirchlichen Praxis auf, wenn für ungeklärte Situationen im Leben der Kirche oder von Gläubigen eine verlässliche Antwort gesucht wird, so z.B. im Bereich der Verkündigung, des Eherechts, der Sakramentenspendung, des Pfarreilebens, des Hochschulwesens u.a.m. Das Seminar unternimmt den interessanten Versuch, anhand von kirchenrechtlich relevanten Fallbeispielen aus der Praxis einschlägige Themen des Kirchenrechts als Wissenschaft zu erarbeiten und mit ihrer Hilfe die jeweiligen Problemstellungen zu lösen. So kann wissenschaftliches Arbeiten im Bereich des Kirchenrechts mit seiner konkreten Anwendung in der Praxis verbunden werden.

 

(2 SWS)

 

Literatur: Die Literatur für die zu bearbeitenden Fallbeispiele wird vom Verantwortlichen der jeweiligen Seminarsitzung angegeben.

 

Einstiegsliteratur:

AYMANS W., MÖRSDORF K., Kanonisches Recht. Lehrbuch aufgrund des Codex Iuris Canonici, Bd. I-IV, Paderborn u.a. 1991, 1997, 2007, 2013.

HAERING S., REES W., SCHMITZ H. (Hg.), Handbuch des katholischen Kirchenrechts, Regensburg 32015.

FREIHERR V. CAMPENHAUSEN, A., RIEDEL-SPANGENBERGER I., SEBOTT R. SJ (Hg.), Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht, Bde. I-III,  Paderborn u.a. 2000, 2002, 2004.

HAERING S., SCHMITZ H. (Hg.), Lexikon des Kirchenrechts, Freiburg-Basel-Wien 2004.

LÜDICKE K. (Hg.), Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici u. bes. Berücksichtigung der Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Loseblattwerk, Essen 1985 ff.

 

NT-Exegese

– Seminar –

Dozent: Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann

 

Das Kreuz – neutestamentliche Perspektiven auf den Tod Jesu Christi

Im Seminar werden wir uns gemeinsam die grundlegenden Aussagen der neutestamentlichen Hauptschriften über das Geschehen von Golgotha erarbeiten. Dazu gehört auch das zeitgeschichtliche Umfeld: Anhand der Aussagen antiker Autoren (v.a. Cicero, Seneca, Flavius Josephus) sowie der (spärlichen) archäologischen Befunde lässt sich die antike Wahrnehmung der Kreuzesstrafe erkennen, ihr Vollzug rekonstruieren und die mit ihr verbundene symbolische Kommunikation rekonstruieren. Dem werden die alttestamentlich-jüdischen Voraussetzungen für das Verstehen und Versprachlichen des Todes Jesu an die Seite gestellt: v.a. Stellvertretung und Sühnekult. Sodann werden zentrale Passagen aus den Corpora des NT erarbeitet: Insbesondere natürlich die großen kreuzestheologischen Entwürfe des Apostels Paulus, die kulttheologischen Aussagen des Hebräerbriefes, die visionären Aussagen um das geschlachtete Lamm der Offenbarung, der 1. Petrusbrief usw. Im Falle des Paulus kommen die kreuzestheologische Erschließung von Taufe und Eucharistie hinzu, aber auch die kreuzestheologische Signatur seines eigenen Apostolats und der eigenen Leiblichkeit, trägt er doch nach eigner Aussage das Todesleiden Jesu am eigenen Leib herum (2 Kor 4) und die Stigmata Jesu (Gal 6,17). Ein eigenes Thema bilden jene der sog. Christushymnen des NT, die explizit das Kreuz Jesu thematisieren (Philipperhymnus, Kolosserhymnus). Aus der narrativen Jesusüberlieferung der Evangelien werden Szenen aus den Passionserzählungen historisch und theologisch analysiert, das gilt insbesondere für das letzte Abendmahl Jesu.

 

(2 SWS)

 

Literatur zum Einstieg:

FREY J., SCHRÖTER J. (Hg.), Deutungen des Todes Jesu im Neuen Testament. 2., durchges. und mit einer neuen Einl. vers. Aufl., Tübingen 2012.

JANOWSKI B., Ecce homo. Stellvertretung und Lebenshingabe als Themen Biblischer Theologie (BThS 84), Neukirchen-Vluyn 22009.

STIEWE M., VOUGA F., Bedeutung und Deutungen des Todes Jesu im Neuen Testament. Ein theologischer Essay (Neutestamentliche Entwürfe zur Theologie 19), Tübingen-Basel 2011.

STRIET M. (Hg.), Gestorben für wen? Zur Diskussion um das „pro multis“ (Theologie kontrovers) Freiburg-Basel-Wien 2007.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Griechische Lektüre zur Vorlesung (fakultativ)

Dozent: Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann

 

Griechische Lektüre ausgewählter neutestamentlicher Texte zur Kreuzestheologie

In der Lektüre werden zentrale Texte aus dem Themenfeld des Seminars im Fach NT-Exegese (s.o.) gemeinsam übersetzt und theologisch vertieft. Außerdem werden sprachliche und theologische Probleme besprochen.

 

(2 SWS)

 

Literatur:

NESTLE, ALAND, Novum Testamentum Graece, 28. Auflage, Stuttgart.