Studienabschnitt II

VORLESUNGEN SOMMERSEMESTER 2017

II. STUDIENABSCHNITT

Vorlesungszeit: 24. April -21. Juli 2017  (Pfingstferien 03. – 06. Juni 2017)

 2. Studienabschnitt

 

 

Vorlesungen

sommersemester 2017

 

Beginn: 24. April 2017

 

 

 

 

Dogmatik

Dozent: Prof. Dr. Christoph Binninger

 

Gnadenlehre

„Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“

(1Kor 1,2b)

 

Die Lehre von der Gnade beschäftigt sich mit dem Mysterium. Wie das von Christus erworbene Heil dem einzelnen Menschen geschenkt wird, damit er Anteil am göttlichen Leben gewinnt. Es geht um „den Übergang der Heilstat Jesu Christi im Heiligen Geist auf den Einzelnen und dessen Einbeziehung in die Geschichte des Heils.“ (Scheffczyk)

 

In einem ersten Teil widmet sich die Vorlesung der biblischen Grundlegung der Gnadenlehre und deren theologiegeschichtlicher Entfaltung (u.a. Augustinus, Thomas von Aquin, Reformatoren und das Konzil von Trient).

Der zweite Teil der Vorlesung stellt sich systematischen Fragestellungen (u.a. Verhältnis von Gnade und Freiheit. Prädestination, Rechtfertigung, aktuelle und heiligmachende Gnade, Verdienst).

 

(1 SWS)

 

Literatur:

PESCH O. H., PETERS A., Einführung in die Lehre von der Gnade und Rechtfertigung, Darmstadt 19943.

GRESHAKE G., Geschenkte Freiheit. Einführung in die Gnadenlehre, Freiburg/Br. 1992.

GANOCZY A., Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen. Grundriss der Gnadenlehre, Düsseldorf 1989.

MÜLLER G.H., Katholische Dogmatik. Für Studium und Praxis der Theologie, Freiburg/Br. 19983.

BINNINGER, C., Mysterium inhabitationis Trinitatis. M. J. Scheebens theologische Auseinandersetzung mit der Frage nach der Art und Weise der übernatürlichen Verbindung der göttlichen Personen mit dem Gerechten: MthS 62, München 2003.

KKD V.

HDG III,5b.

MySal IV,2.

 

 

Ekklesiologie

„In eben dem Maß als einer die Kirche liebt, in eben dem Maß hat er den Heiligen Geist.“ (Augustinus)

 

In einer Zeit, in der noch immer der verhängnisvolle Slogan „Jesus: Ja – Kirche: Nein!“ bei vielen Menschen gegenwärtig ist, möchte die Vorlesung auf das Wesen und die Bedeutung der von Christus gestifteten Kirche näher eingehen.

 

(3 SWS)

 

Literatur:

CONGAR Y., Die Kirche als Volk Gottes, in: IKaZ 1(1965) 5 – 16.

JOHANNES PAUL II., Nachsynodales Schreiben Christifideles Laici über die Berufung und Sendung der Laien in Kirche und Welt.

RATZINGER J., Die Ekklesiologie des Zweiten Vatikanums, in: IKaZ 15 (1986) 41 – 52.

SCHEFFCZYK L., Das Unwandelbare im Petrusamt, Berlin 1971.

SCHLIER H., Die Zeit der Kirche, Freiburg/Br. 1956.

BINNINGER C., „Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht.“ Berufen zum Aufbau des Gottesreiches unter den Menschen. Die Laienfrage in der katholischen Diskussion in Deutschland um 1800 bis zur Enzyklika „Mystici Corporis“ (1943): MThS 61, München 2002.

KEHL M., Die Kirche. Eine katholische Ekklesiologie, Würzburg 1992.

KKD VIII.

HDG III, 3b.

 

 

 

 

Liturgiewissenschaft

Dozent: Dr. Sven Boenneke

 

Liturgik II: Kirchenjahr und Stundengebet

Die Vorlesung baut auf der Fundamentalliturgik des Wintersemesters auf und behandelt die Feier des Pas’cha-Mysteriums im zeitlichen Rhythmus von Tag, Woche und Jahr. Die gottesdienstliche Feier der Kirche entfaltet das eine Pas’cha-Mysterium z.B. im Stundengebet, der Sonntags- und Osterfeier sowie den Festen und Zyklen des Jahreskreises. Deren prägende liturgische Symboliken und Typologien ebenso wie ihr historisches Werden gilt es, auf einen Vollzug „mit geistlicher Frucht“ (SC 94, vgl. AES 11) hin zu erschließen.

 

(2 SWS)

 

Literatur:

AUF DER MAUR, H., Feiern im Rhythmus der Zeit I: Herrenfeste in Woche und Jahr, bei: Gottesdienst der Kirche 5, Regensburg 1983.

BUNGE G., Irdene Gefäße. Die Praxis des persönlichen Gebetes nach der Überlieferung der heiligen Väter, Beuron 2017.

DANIELOU J., Liturgie und Bibel. Die Symbolik der Sakramente bei den Kirchenvätern, München 1963.

DE CHAMPEAUX G., STERCKX S., Einführung in die Welt der Symbole, Würzburg 1990 u.ö.

MEßNER R. Einführung in die Liturgiewissenschaft, Paderborn u.a., 22009.

PASCHER J., Das liturgische Jahr, München 1963.

PIEPER J., Zustimmung zur Welt: eine Theorie des Festes, München 1963 u.ö.

RECH P., Inbild des Kosmos. Eine Symbolik der Schöpfung, Salzburg u.a. 1966.

TAFT R., The Liturgy of the Hours in East and West. The Origins of the Divine Office and Its Meaning for Today, Collegeville 1986.

TALLEY T., The Origins of the Liturgical Year, Collegeville 21991.

WOOLFENDEN G., Daily Liturgical Prayer. Origins and Theology, Aldershot 2004.

 

 

 

 

Moraltheologie

Dozent: Prof. Dr. Clemens Breuer

 

Spezielle Moraltheologie: bioethische Fragestellungen (I)

Seit mehreren Jahrzehnten stellen uns die biomedizinischen Erkenntnisse mit ihren zahlreichen neuen Anwendungsfeldern vor ethische und moralische Herausforderungen, die in vorangegangenen Zeiten nicht oder allenfalls am Rande thematisiert und einer Antwort zugeführt werden brauchten. Das – im Vergleich zu heute – große Maß an „Nicht-Wissen“ früherer Generationen im Bereich der Biomedizin äußerte sich nicht zuletzt dadurch, dass die Menschen in der Regel Behinderung, Krankheit und Tod als unvermeidbares Schicksal hinnahmen, das dem göttlichen Willen entsprach.

In der Vorlesung werden zunächst grundlegende Begriffe der bioethischen Auseinandersetzung aufgegriffen und erläutert. Unterschiede und Gemeinsamkeiten einer säkularen Bioethik und einer theologischen Lebensethik werden angesprochen. Neben der Frage nach dem Tötungsverbot (im Generellen, wie in Bezug auf Abtreibung und Euthanasie), werden die Sexualität des Menschen, reproduktionsmedizinische Techniken, gentechnologische Möglichkeiten und die Organtransplantation thematisiert.

 

(3,5 SWS)

 

Literatur:

Enzyklika „Evangelium vitae“ von Papst Johannes Paul II. über den Wert und die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens (= Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 120), Bonn 1995.

Enzyklika „Humanae vitae“ über die rechte Ordnung der Weitergabe menschlichen Lebens (= Nachkonziliare Dokumentation, Bd. 14), Trier 4. Auflage 1979 (1. Auflage 1968).

Instruktion der Kongregation für die Glaubenslehre über die Achtung vor dem beginnenden menschlichen Leben und die Würde der Fortpflanzung. Antworten auf einige aktuelle Fragen (= Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 74), Bonn 1987.

Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland/ Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hg.): Sterbebegleitung statt aktiver Sterbehilfe. Eine Textsammlung kirchlicher Erklärungen (= Gemeinsame Texte, Nr. 17), Hannover/Bonn 2003.

Lexikon der Bioethik, Bd. 1-3 (hg. von Wilhelm Korff u.a.), Gütersloh 2000.

Lexikon der christlichen Ethik (auf der Grundlage des Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Auflage; hg. von Gerfried W. Hunold), Bd. 1-2, Freiburg/Br. 2003.

BREUER C., Person von Anfang an? Der Mensch aus der Retorte und die Frage nach dem Beginn des menschlichen Lebens, Paderborn 2. Auflage 2003.

GRAF R., Klonen: Prüfstein für die ethischen Prinzipien zum Schutz der Menschenwürde, St. Ottilien 2003.

SCHOCKENHOFF E., Ethik des Lebens. Grundlagen und neue Herausforderungen, Freiburg/Br. u.a. 2009.

 

 

 

 

AT-Exegese

Dozent: Prof. Dr. Oliver Dyma

 

Ijob (Hiob)

Das Buch Ijob stellt uns vor die theologisch brisante Frage des Leids, speziell des Leidens des Gerechten. Verschiedene Perspektiven werden eingenommen und Antwortmöglichkeiten durchgespielt. Die mannigfaltige Aufnahme der Frage und der Figur des Ijob sowie die reiche Sekundärliteratur gerade auch der letzten Jahre zeigen, dass wir damit nicht zu Ende kommen, dass es eine Antwort auf die Theodizee-Problematik letztlich nicht gibt. Der Glaube und das theologische Nachdenken rühren an ihre Grenze.

Neben den verschiedenen traditionellen Argumentationsmustern, die im Text auf die einzelnen Charaktere aufgeteilt sind, ist auch die literarische Strategie interessant: Die Leserinnen und Leser nehmen eine beobachtende Perspektive der Handlung ein, bekommen zugleich ihre eigenen Argumentationen vor Augen geführt und müssen sich letztlich selbst eine Meinung bilden.

 

(3 SWS)

 

Literatur:

HECKL R., Hiob – vom Gottesfürchtigen zum Repräsentanten Israels. Studien zur Buchwerdung des Hiobbuches und zu seinen Quellen (FAT 70), Tübingen 2010.

LUX R., Hiob. Im Räderwerk des Bösen (Biblische Gestalten 25), Leipzig 2012.

SCHMID K., Hiob als biblisches und antikes Buch. Historische und intellektuelle Kontexte seiner Theologie (SBS 219), Stuttgart 2010.

SCHWIENHORST-SCHÖNBERGER L., Ein Weg durch das Leid. Das Buch Ijob, Freiburg u.a. 2007.

STIER F., Das Buch Ijob, hrsg. von E. Beck und M. Sonntag, Stuttgart 2011.

WITTE M. (Hg.), Hiobs Gestalten. Interdisziplinäre Studien zum Bild Hiobs in Judentum und   Christentum (Studien zu Kirche und Israel NF 2), Leipzig 2012.

 

Zur Vorbereitung: Lesen Sie zur Vorbereitung das Ijob-Buch durch sowie ergänzend dazu die Erläuterungen in einer Einleitung (Zenger bzw. Gertz) oder den Artikel von Markus Witte, Hiob/ Hiobbuch: wibilex, https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/11644/, 2007.

 

 

 

 

 

Pastoraltheologie

Dozent: Prof. Dr. Veit Neumann

 

Individualisierung und Heterogenität – Anforderungen an den Seelsorger heute

Mitverursacht durch sozialen Wandel begegnen dem Seelsorger heute wiederholt gegenläufige Tendenzen in kirchlichen Formen und an kirchlichen Orten von Gemeinschaft (Pfarrei). Vielgestaltige Lebensentwürfe und Glaubenswege sind ein Indiz für die zunehmende Heterogenität (auch) unter gläubigen Menschen, die sich hier zeigt. Die Vorlesung problematisiert die Ausrichtung von Seelsorgekonzepten an Zielgruppen und überlegt, welche kommunikativen Kompetenzen dagegen in dieser Situation einer neuen Unübersichtlichkeit Vermittlung und Verkündigung ermöglichen. Gefragt wird, welche praktischen und welche geistlichen Voraussetzungen erforderlich sind, um im pastoralen Alltag zu bestehen.

 

(2 SWS)

 

Literatur:

EBERTZ M. N., Keine Freude, keine Hoffnung? Diakonia 46 (2015) 3, S. 174-180.

HELLGERMANN A., In der Falle der Individualisierung, Katechet. Blätter 138 (2013) 4, S. 288-292

INFÜHR H., Lebendigere Gemeinden durch Aktivierung von Zielgruppen. Der Beitrag der Aktionsforschung zur Gemeindebildung, Diakonia 2 (1981) 1, S. 22-39.

MERK R., Zauberwort Zielgruppe, Diakonie 1999, 6, S.10.

 

 

 

Kirchenrecht

Dozent: Prof. Dr. Christoph Ohly

 

Staatskirchenrecht

In der Frage nach dem rechten Verhältnis von Staat und Kirche ist seit längerer Zeit von einem interessanten Begriffspaar die Rede: Laizismus und Laizität. Die Termini stehen entgegen einer vermeintlichen Synonymität für zwei differierende Ansätze. Der Begriff „Laizismus“ geht zurück auf den französischen Pädagogen Ferdinand Buisson und bezeichnet eine weltanschauliche Denkweise, die eine radikale Trennung von Kirche und Staat fordert. In seiner ersten Enzyklika betont Papst Benedikt XVI., dass dem Christentum die Unterscheidung eigen sei zwischen dem, was des Kaisers ist, und dem, was Gottes ist (vgl. Mt 22,21). Auch hier geht es um eine bereits vom II. Vatikanischen Konzil herausgestellte Unterscheidung von Staat und Kirche, um die „Autonomie des weltlichen Bereichs“ (Deus caritas est, 28), jedoch im Sinne einer „gesunden Laizität“, die dem Staat die ihm zukommende Autonomie zugesteht, zugleich aber der Kirche das Recht einräumt, „die Vernunft zu reinigen“ (Benedikt XVI.). Die Vorlesung erarbeitet mögliche Grundmodelle einer solchen rechtlich relevanten Beziehung. Mit einem Schwerpunkt auf die Rechtsverhältnisse in Deutschland kommen schließlich die damit zusammenhängenden rechtlichen Sachbereiche (Religionsunterricht, Anstaltsseelsorge, kirchliches Besteuerungsrecht, etc.) zur Sprache.

 

(2 SWS)

 

Literatur: Quellentexte und Sekundärliteratur werden fortlaufend zu den Vorlesungen angegeben.

 

Einstiegsliteratur:

AYMANS W., MÖRSDORF K., Kanonisches Recht. Lehrbuch aufgrund des Codex Iuris Canonici, Bd. I, Paderborn u.a. 1991, hier bes. S. 82-101.

FREIHERR V. CAMPENHAUSEN A., Staatskirchenrecht. Eine systematische Darstellung des Religionsverfassungsrechts in Deutschland und Europa Ein Studienbuch, München 42006.

FREIHERR V. CAMPENHAUSEN A., RIEDEL-SPANGENBERGER I., SEBOTT R. SJ (Hg.), Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht, Bde. I-III, Paderborn u.a. 2000, 2002, 2004.

LISTL J., PIRSON D. (Hg.), Handbuch des Staatskirchenrechts der Bundesrepublik Deutschland (2. Aufl.), 2 Bde., Berlin 1994-1995.

HAERING S., REES W., SCHMITZ H. (Hg.), Handbuch des katholischen Kirchenrechts, Regensburg 32015, hier bes. §§ 116-126.

 

 

 

 

Kirchenrecht

– Seminar –

Dozent: Prof. Dr. Christoph Ohly

 

Kirchenrecht in Theorie und Praxis

„Was sagt denn das Kirchenrecht dazu?“ – Diese Frage taucht in der kirchlichen Praxis auf, wenn für ungeklärte Situationen im Leben der Kirche oder von Gläubigen eine verlässliche Antwort gesucht wird, so z.B. im Bereich der Verkündigung, des Eherechts, der Sakramentenspendung, des Pfarreilebens, des Hochschulwesens u.a.m. Das Seminar unternimmt den interessanten Versuch, anhand von kirchenrechtlich relevanten Fallbeispielen aus der Praxis einschlägige Themen des Kirchenrechts als Wissenschaft zu erarbeiten und mit ihrer Hilfe die jeweiligen Problemstellungen zu lösen. So kann wissenschaftliches Arbeiten im Bereich des Kirchenrechts mit seiner konkreten Anwendung in der Praxis verbunden werden.

 

(2 SWS)

 

Literatur: Die Literatur für die zu bearbeitenden Fallbeispiele wird vom Verantwortlichen der jeweiligen Seminarsitzung angegeben.

 

Einstiegsliteratur:

AYMANS W., MÖRSDORF K., Kanonisches Recht. Lehrbuch aufgrund des Codex Iuris Canonici, Bd. I-IV, Paderborn u.a. 1991, 1997, 2007, 2013.

HAERING S., REES W., SCHMITZ H. (Hg.), Handbuch des katholischen Kirchenrechts, Regensburg 32015.

FREIHERR V. CAMPENHAUSEN, A., RIEDEL-SPANGENBERGER I., SEBOTT R. SJ (Hg.), Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht, Bde. I-III,  Paderborn u.a. 2000, 2002, 2004.

HAERING S., SCHMITZ H. (Hg.), Lexikon des Kirchenrechts, Freiburg-Basel-Wien 2004.

LÜDICKE K. (Hg.), Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici u. bes. Berücksichtigung der Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Loseblattwerk, Essen 1985 ff.

 

NT-Exegese

– Seminar –

Dozent: Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann

 

Das Kreuz – neutestamentliche Perspektiven auf den Tod Jesu Christi

Im Seminar werden wir uns gemeinsam die grundlegenden Aussagen der neutestamentlichen Hauptschriften über das Geschehen von Golgotha erarbeiten. Dazu gehört auch das zeitgeschichtliche Umfeld: Anhand der Aussagen antiker Autoren (v.a. Cicero, Seneca, Flavius Josephus) sowie der (spärlichen) archäologischen Befunde lässt sich die antike Wahrnehmung der Kreuzesstrafe erkennen, ihr Vollzug rekonstruieren und die mit ihr verbundene symbolische Kommunikation rekonstruieren. Dem werden die alttestamentlich-jüdischen Voraussetzungen für das Verstehen und Versprachlichen des Todes Jesu an die Seite gestellt: v.a. Stellvertretung und Sühnekult. Sodann werden zentrale Passagen aus den Corpora des NT erarbeitet: Insbesondere natürlich die großen kreuzestheologischen Entwürfe des Apostels Paulus, die kulttheologischen Aussagen des Hebräerbriefes, die visionären Aussagen um das geschlachtete Lamm der Offenbarung, der 1. Petrusbrief usw. Im Falle des Paulus kommen die kreuzestheologische Erschließung von Taufe und Eucharistie hinzu, aber auch die kreuzestheologische Signatur seines eigenen Apostolats und der eigenen Leiblichkeit, trägt er doch nach eigner Aussage das Todesleiden Jesu am eigenen Leib herum (2 Kor 4) und die Stigmata Jesu (Gal 6,17). Ein eigenes Thema bilden jene der sog. Christushymnen des NT, die explizit das Kreuz Jesu thematisieren (Philipperhymnus, Kolosserhymnus). Aus der narrativen Jesusüberlieferung der Evangelien werden Szenen aus den Passionserzählungen historisch und theologisch analysiert, das gilt insbesondere für das letzte Abendmahl Jesu.

 

(2 SWS)

 

Literatur zum Einstieg:

FREY J., SCHRÖTER J. (Hg.), Deutungen des Todes Jesu im Neuen Testament. 2., durchges. und mit einer neuen Einl. vers. Aufl., Tübingen 2012.

JANOWSKI B., Ecce homo. Stellvertretung und Lebenshingabe als Themen Biblischer Theologie (BThS 84), Neukirchen-Vluyn 22009.

STIEWE M., VOUGA F., Bedeutung und Deutungen des Todes Jesu im Neuen Testament. Ein theologischer Essay (Neutestamentliche Entwürfe zur Theologie 19), Tübingen-Basel 2011.

STRIET M. (Hg.), Gestorben für wen? Zur Diskussion um das „pro multis“ (Theologie kontrovers) Freiburg-Basel-Wien 2007.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Griechische Lektüre zur Vorlesung (fakultativ)

Dozent: Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann

 

Griechische Lektüre ausgewählter neutestamentlicher Texte zur Kreuzestheologie

In der Lektüre werden zentrale Texte aus dem Themenfeld des Seminars im Fach NT-Exegese (s.o.) gemeinsam übersetzt und theologisch vertieft. Außerdem werden sprachliche und theologische Probleme besprochen.

 

(2 SWS)

 

Literatur:

NESTLE, ALAND, Novum Testamentum Graece, 28. Auflage, Stuttgart.