Vorlesungsverzeichnis Studienabschnitt-II

Vorlesungen Wintersemester 2021/22 (Beginn: 18. Oktober 2021)

 

Dogmatik
Dozent: Prof. Dr. Christoph Binninger

Gotteslehre I – Allgemeine Gotteslehre (De Deo uno)

Die Vorlesung befasst sich mit der Lebensfülle des dreipersonalen göttlichen Selbst (z. B. Unwandelbarkeit, Ewigkeit, Wahr-Sein, Allmacht Gottes). (2 SWS)

Literatur:
MÜLLER G. L., Katholische Dogmatik. Für Studium und Praxis der Theologie, Freiburg/ Br. ²1998.
RAHNER K., Grundkurs des Glaubens, Freiburg/ Br. 1975.
SCHEFFCZYK L., Der Gott der Offenbarung. Gotteslehre: Katholische Dogmatik, Bd. 2, Aachen 1996.
SCHNEIDER Th. (Hg.), Handbuch der Dogmatik, Bd. 1, Düsseldorf ²1995.
THOMAS VON AQUIN, Summa Theologica I.q.1-13.

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Dogmatik – Seminar
Dozent: Prof. Dr. Christoph Binninger

„Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.“ (Lk 1,28) – Grundfragen der Mariologie

Das II. Vatikanische Konzil hebt sowohl in seinem Dekret über den Dienst und das Leben der Priester („Presbyterorum ordinis“, 18) als auch in seiner Dogmatischen Konstitution über die Kirche („Lumen Gentium“, 52-69) die Bedeutung Mariens in der Heilsgeschichte und damit auch im Leben der Kirche hervor. Aus diesem Grund beschäftigt sich das Seminar mit den dogmatischen Grundfragen der Mariologie. (2 SWS)

Literatur:
BALTHASAR H. U., von, „Du krönst das Jahr mit deiner Huld.“, Einsiedeln 1982.
MÜLLER G. L., Katholische Dogmatik. Für Studium und Praxis der Theologie, Freiburg/ Br. ²1998.
RAHNER, H. Maria und die Kirche, Innsbruck ²1962.
RAHNER, K. Grundkurs des Glaubens, Freiburg/ Br. 1975.
RATZINGER, J., Die Tochter Zion, Einsiedeln ³1978.
RATZINGER, J., Einführung in das Christentum, München 41968.
SCHEEBEN, M. J., Handbuch der katholischen Dogmatik, Bd. 2, Freiburg/ Br. 1878; Bd. 3, Freiburg/ Br. 1882.
SCHEFFCZYK, L., Maria. Experiment des katholischen Glaubens, in: ders., Schwerpunkte des Glaubens, Einsiedeln 1977,  306-323.
SCHEFFCZYK, L., Der systematische Ort der Mariologie heute: ThGl 68 (1978) 408-425.
ZIEGENAUS, A., Maria in der Heilsgeschichte. Mariologie, in: Katholische Dogmatik, Bd. 5, Aachen 1998.

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Patrologie
Dozent: Prof. Dr. Christoph Binninger

Kirchenväter I – Von der nachapostolischen Zeit bis zum Beginn der Regierungszeit Konstantins

 Die Vorlesung möchte das Leben, die theologischen Lehren und die Spiritualität der Kirchenväter von der nachapostolischen Zeit über die Verfolgungszeit bis hin zum Beginn der Regierungszeit Konstantins darstellen und ihre bleibenden Verdienste für das Leben der Kirche herausheben. (2 SWS)

Literatur:
Altaner, B. / Stuiber, A., Patrologie. Leben, Schriften und Lehre der Kirchenväter. Freiburg/ Br. 1978.
Drobner, H., Lehrbuch der Patrologie, Freiburg/ Br. 1994.
Friedrowicz, M. Theologie der Kirchenväter. Grundlagen frühchristlicher Glaubensreflexion, Freiburg/ Br. 2007.
Friedrowicz, M., Apologie im frühen Christentum. Die Kontroverse um den christlichen Wahrheitsanspruch in den ersten Jahrhunderten, Paderborn ³2000.
Primärquellen: Fontes christiani
BKV²

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 Moraltheologie
Dozent: Prof. Dr. Clemens Breuer

Grundlegung der Moraltheologie
Das Gewissen in Freiheit und Bindung; Wahrheit und Lüge

 Für die Grundlegung jeglichen moralischen Denkens, Sprechens und Handelns spielt das Gewissen eine entscheidende Rolle. „Das Gewissen ist die Gegenwart eines absoluten Gesichtspunktes in einem endlichen Wesen; die Verankerung dieses Gesichtspunktes in seiner emotionalen Struktur.“ (R. Spaemann) Seiner langen Tradition zufolge ist die Rede vom Gewissen jedoch weithin mit einer rätselhaften und umstrittenen Aussprache verbunden. Eingehend wird die Lehre bekannter katholischer Persönlichkeiten (Augustinus, Thomas von Aquin, John H. Newman etc.) zum Gewissen vorgetragen. Daneben werden verschiedene Stimmen zu Wort kommen, die sich von den christlichen Auffassungen über das Gewissen unterscheiden.
Die Ächtung der Lüge scheint ein vielen Kulturen verbreitet zu sein. Dennoch ist es eine weit verbreitete Auffassung unter Naturwissenschaftlern, dass nicht die Wahrheit, sondern die Lüge am Anfang der Naturgeschichte des menschlichen Verhaltens stehe. Das Wahrheitsverständnis der Moraltheologie wird angesprochen und anhand von konkreten Fragestellungen erläutert. (3,5 SWS)

Literatur:
Enzyklika „Fides et ratio“ von Johannes Paul II. über das Verhältnis von Glaube und Vernunft (= Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 135), Bonn 1998 (6. Auflage 2008).
BÖCKLE, F., Grundbegriffe der Moral. Gewissen und Gewissensbildung, Aschaffenburg 8. Auflage 1977.
PIEGSA, J., Der Mensch – das moralische Lebewesen. Fundamentale Fragen der Moraltheologie, St. Ottilien 1996, S. 310-406.
RHONHEIMER, M., Die Perspektive der Moral. Philosophische Grundlagen der Tugendethik, Berlin 2001.
SCHOCKENHOFF, E., Grundlegung der Ethik. Ein theologischer Entwurf, Freiburg/Br. 2007.
SCHOCKENHOFF, E., Zur Lüge verdammt? Politik, Medien, Medizin, Justiz, Wissenschaft und die Ethik der Wahrheit, Freiburg/Br. 2000.
SILL, B., Phänomen Gewissen. Gedanken, die zu denken geben. Ein Textbuch, Hildesheim 1994.
SPAEMANN, R., Moralische Grundbegriffe, München, unveränderte 8. Auflage 2009 (1. Auflage 1982).

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Pastoraltheologie
Dozent: Prof. Dr. Veit Neumann

Struktur, Institution und Gesellschaft – Pastoralsoziologische Bezüge für die angemessene Verkündigung

Behandelt werden Anliegen, Formen und Genese der Soziologie. Zentralbegriffe wie Gesellschaft, Gruppe, Rolle, Funktion und Handeln stehen dabei im Zentrum der Betrachtung. Es geht um die soziologische Wirklichkeit der Pfarrei und weiterer kirchlicher Institutionen, wobei Vorzüge und Grenzen der soziologischen Perspektive in den Blick genommen werden. Thema sind auch die Sozialgestalt der katholischen Kirche und christlicher Lebenszusammenhänge in historischer Betrachtungsweise. Die Ziele, Methoden und Strukturen pastoraltheologischen Arbeitens, die zur
Sprache kommen, sind auf eine angemessene Verkündigungstätigkeit hingeordnet. (2 SWS)

Literatur:
FOERST J. et al., Abbruch oder Aufbruch? Von der Eigendynamik des kirchlichen Strukturwandels, Berlin, Münster 2010
HARTMANN R., Was kommt nach der Pfarrgemeinde? Chancen und Perspektiven, Würzburg 2013
ETSCHEID-STAMS M. et al. (Hsg./Mitwirkende), Kirchenaustritt – oder nicht? Wie Kirche sich verändern muss, Freiburg 2018
ZIMMER M., Netzwerke in pastoralen Räumen. Wissenschaftliche Analysen – Fallstudien – praktische Relevanz, Würzburg 2017

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Kirchenrecht
Dozent: Prof. Dr. Yves Kingata

  1. Vorlesung: Rechtliche Ordnung des Heiligungsdienstes 

Das Zweite Vatikanische Konzil bezeichnet die Kirche selbst in Christus gleichsam als Sakrament, als Zeichen und Werkzeug (vgl. LG 1). Durch sie geschehen Wortverkündigung und sakramentales Handeln, die zwei verschiedene Weisen der Heilsverwirklichung darstellen. Wieso haben Sakramente aber rechtliche Struktur? Ausgehend von dieser Frage versucht die Vorlesung in das Verständnis des Kanonischen Rechts, insbesondere in die Grundbegriffe des Heiligungsdienstes und seine Aufgabe einzuführen. Nach einem ersten Teil über  die Grundnormen und kodikarischen Grundaussage über Sakramente werden die Bestimmungen des Heiligungsdienstes – ohne das Eherecht – gemäß der Systematik des Buches IV des CIC/1983 behandelt. (2 SWS)

 Literatur:
AYMANS, W., kanonisches Recht. Lehrbuch aufgrund des Codex iuris canonici Begründet von Eduard Eichmann, fortgeführt von Klaus Mörsdorf, neu bearbeitet von Winfried Aymans, 13., völlig neu bearb. Aufl., Bd. I-IV, Paderborn u.a. 1991/1997/2007/2015.
RHODE, U., Kirchenrecht, Stuttgart 2015.
HAERING, S., REES, W., SCHMITZ, H. (Hg.), Handbuch des katholischen Kirchenrechts, 3. Aufl. grundlegend neubearb., Regensburg 2015.
MUELLER L., OHLY C., Katholisches Kirchenrecht: ein Studienbuch, Paderborn 2018.
OHLY, C., CONRAD, S. L. HANGLER, R. (Hg.), Aktuelle Herausforderungen des kirchlichen Weiheamts, Regensburg 2020.
Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici unter besonderer Berücksichtigung der Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz, hg. v. Klaus Lüdicke, Essen seit 1985 (Loseblattwerk mit periodisch aktualisierten Quellen- und Literaturverzeichnis; Stand des Gesamtwerks: 47. Lfg., Februar 2020).

  1. Vorlesung: Grundlagen des Staatskirchenrechts

Das System der rechtlichen Beziehungen von Kirche und Staat ist in Deutschland stabil geordnet. Ausgehend von der Lehre der Kirche über das Verhältnis von Kirche und Staat bietet die Lehrveranstaltung eine Einführung in die von den beiden Völkerrechtssubjekten festgelegten gemeinsamen Angelegenheiten. (1 SWS)

Literatur:
RHODE, U., Kirchenrecht, Stuttgart 2015.
HAERING, S., REES, W., SCHMITZ, H. (Hg.), Handbuch des katholischen Kirchenrechts, 3. Aufl. grundlegend neubearb., Regensburg 2015.
DE WALL, H., MUCKEL, S., Kirchenrecht. Ein Studienbuch, 5. Aufl. überarb., München 2017.
MECKEL, T., Die Zukunft des konfessionellen Religionsunterrichts; Die Konfessionalität des Religionsunterrichts aus Sicht des Kirchenrechts und des Religionsrechts, in: Theologia Iuris Canonici. Festschrift für Ludger Müller zur Vollendung des 65. Lebensjahres, hg. v. Christoph Ohly/ Wilhelm Rees/ Libero Gerosa, Berlin 2017, 825-847.

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NT-Exegese
Dozent: Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann

Die Bergpredigt

Die sog. Bergpredigt ist die erste von insgesamt fünf großangelegten Reden, die Jesus im Matthäusevangelium hält – und sicher die bedeutendste. Der synoptische Vergleich zeigt, dass der Evangelist Matthäus hier Jesuslogien aus unterschiedlichen Quellen zu einer eindrücklichen Komposition zusammengestellt und als eine an die Nachfolger Jesu gerichtete „Lehre“ inszeniert hat. Dass diese unter freiem Himmel und vor Publikum stattfindet – also in der Öffentlichkeit und damit für die griechisch-römischen Antike in einem Bereich männlicher Interaktion –, ist programmatisch, geht es doch in weiten Teilen darum, wodurch Jesusnachfolger in eben diesem Bereich auffallen sollen – und wodurch nicht. Schließlich sollen sie „ihr Licht leuchten lassen vor den Menschen“ (5,16).
In der Vorlesung wird die Bergpredigt unter diesen Vorzeichen als ein Text ausgelegt, in dem die Bedingungen von Jesusnachfolge im öffentlichen Raum formuliert werden. Neben den „klassischen“ Fragen der Überlieferungsgeschichte und Redaktionsanalyse geht es dabei insbesondere um eine Wahrnehmung der Bergpredigt als eines genuin jüdischen Textes. Da die Bergpredigt in der das Evangelium beschließenden Osterszene Mt 28,16–20 zur Blaupause für die Unterweisung im Kontext der Heidenmission erklärt wird, ist die Erarbeitung ihres biblisch-jüdischen Hintergrundes historisch wie hermeneutisch grundlegend. (2 SWS)

Literatur (neben den Matthäus-Kommentaren von P. Fiedler, J. Gnilka, M. Konradt, U. Luz):
BROOKS, P., Behandelt Menschen mit Güte, Die Bergpredigt in der islamischen Überlieferung, in: CIBEDO-Beiträge zum Gespräch zwischen Christen und Muslimen 4 (2019) 170-177.
SCHOCKENHOFF E., Die Bergpredigt. Aufruf zum Christsein, Freiburg etc. 2014.
STRECKER R., Die Bergpredigt. Ein exegetischer Kommentar, Göttingen 1984.
THEOBALD M., Wie die Bergpredigt gelesen werden will. Zwölf Hinweise aus der Sicht heutiger Forschung, in: ThQ 192 (2012) 256–279.
VOLP, U., Ethik (Bergpredigt), in: J. Schröter (Hg.), Jesus Handbuch, Tübingen 2017, 552-561.
WEIDEMANN H.-U. (Hg.), „Er stieg auf den Berg und lehrte sie“ (Mt 5,1f.). Exegetische und rezeptionsgeschichtliche Studien zur Bergpredigt (SBS 226), Stuttgart 2012.
WEIDEMANN H.-U., Die andere Wange. Die Thematisierung von männlicher Gewalt in antiken Maskulinitätsdiskursen am Beispiel der Bergpredigt im Matthäusevangelium, in: U. Fenske / G. Schuhen (Hg.), Geschichte(n) von Macht und Ohnmacht. Narrative von Männlichkeit und Gewalt, Bielefeld 2016, 31–50.
WENGST K., Das Regierungsprogramm des Himmelreiches. Eine Auslegung der Bergpredigt in ihrem jüdischen Kontext, Stuttgart 2010.
WILK F. (Hg.), Das Vaterunser in seinen antiken Kontexten. Zum Gedenken an Eduard Lohse (FRLANT 266), Göttingen 2016.
ZEILINGER F., Zwischen Himmel und Erde. Ein Kommentar zur „Bergpredigt“ Matthäus 5–7, Stuttgart 2002.